Livia Klingl

Der Lügenpresser

 

Inhalt

Herr Dr. Karl Schmied, ein 62-jähriger Boulevardjournalist der alten Schule, ist an einem Punkt seines Lebens angekommen, an dem er eigentlich ganz zufrieden ist – nicht mit der ganzen Welt, aber immerhin mit seinem kleinen Dasein. Das ist ja immerhin schon was. Karl ist bei seiner Zeitung ein alter Hase und verdient dementsprechend gut, außerdem hat er, es ist noch gar nicht so lange her, eine Frau kennengelernt, mit der er sich vorstellen könnte, den Rest seines Lebens zu verbringen. Er ist zwar immer noch der Ansicht, früher sei einiges besser gewesen, alles ein bisschen einfacher, aber dennoch kann er zufrieden sein. Natürlich, die Flüchtlingskrise ist schon ein Problem und die ganzen Ausländer, aber die Chefetage seiner Zeitung und er wissen ja wo sie mit ihren Artikeln ansetzen müssen, um der Bevölkerung ein paar Tipps zu geben, was sie so denken sollen, auch wenn er sich selbst dabei nicht ganz so sicher ist. Als sich das Blatt für ihn eines Tages wendet, greift er selbst zu einem drastischen Mittel.

Meinung

Der Lügenpresser ist eine einzige Freude. Nicht, dass man das Buch stets gutgelaunt weglegen würde, im Gegenteil. Es ist die Art und Weise wie Livia Klingl ihrem Herrn Karl Leben einhaucht. Fragt man sich nach den ersten paar Seiten des inneren Monologes noch, ob da noch was anderes kommt, ist man kurze Zeit später hocherfreut darüber, dass es so geblieben ist. Man taucht tief in die Gedankenwelt eines Mannes ein, bei dem man nicht weiß, ob er einem sympathisch oder unsympathisch sein soll. Auf der einen Seite freut man sich mit ihm, wenn er von seinem zweiten Frühling erzählt, auf der anderen Seite, kann man sich über manche seiner Überlegungen nur wundern. Klingl ist ein Charakter gelungen, den viele von uns zum Teil in anderen, zum Teil in uns selbst wiedererkennen werden. Der innere Monolog der Herrn Dr. Karl Schmied ist ein 192-seitiges Spiegelbild unserer österreichischen Seele und ein herausragendes Lesevergnügen.

 

Info

Klingl, Livia: Der Lügenpresser. Roman. Erschienen 2018 im Kremayr und Scheriau Verlag. 192 Seiten. (max)

ISBN: 978-3-2180-1107-5

10 von 10 Höllenfeuerchen

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Weitere Bücher von Livia Klingl:

 

Livia Klingl

Wir können doch nicht alle nehmen

 

Nicht gutmenschig, sondern hochgradig pragmatisch greift Livia Klingl ein heißes Eisen an: Während immer mehr Menschen vor Gewalt und religiösem Fanatismus, vor Krieg und Hunger fliehen, zieht Europa die Festungsmauern hoch – und beraubt sich damit selbst vieler Zukunftschancen. Es ist nicht nur humanitäre Pflicht und geltendes Gesetz, Flüchtlinge aufzunehmen, es ist auch sinnvoll, ja notwendig, Zuwanderung zuzulassen.
Die Geburtenraten in Europa sinken, die Menschen werden immer älter, beides Faktoren, die den Wohlstand und das Sozialsystem ins Wanken bringen. Selbst wenn es kaum jemanden schert, dass das Mittelmeer zum Massengrab verkommen ist und gegen jene Fremden Stimmung gemacht wird, die es mittels professioneller Schmuggler bis zu uns geschafft haben: Es wäre aus reinem Eigennutz hoch an der Zeit für eine neue Ausländerpolitik. Eine, die es Flüchtlingen ermöglicht, in einem solidarischen Europa ein neues Leben in Frieden zu finden, und die Wirtschaftsmigranten einen geordneten Zuzug erlaubt – der letztlich auch uns zugutekommt.

 

Info

Klingl, Livia: Wir können doch nicht alle nehmen: Europa zwischen „Das Boot ist voll“ und „wir sterben aus“, Sachbuch. Erschienen 2015 bei Kremayr und Scheriau. 190 Seiten.

ISBN: 978-3-2180-0968-3


Livia Klingl

Lauter Fremde

 

Ein Riss geht durch das Land. Auf der einen Seite stehen jene, die für mehr Miteinander, mehr Solidarität, mehr Offenheit eintreten. Auf der anderen jene, die zurück möchten in die „gute, alte Zeit“, als es noch keine Globalisierung gab, keine Flüchtlinge und keine Angst vor sozialem Abstieg. Die Bruchlinien gehen quer durch die Familien, sogar Freundschaften zerbrechen daran.
Warum ist heute eine aggressionslose Kommunikation darüber kaum mehr möglich? Warum werden Flüchtlinge zum Sündenbock gestempelt für alles, was schief läuft in diesem Land? In ihrer Analyse greift Livia Klingl die Vorurteile auf, sortiert sie und zeigt: Die Flüchtlingsfrage ist oft nur eine Ausrede, um sich mit den wirklichen Problemen nicht beschäftigen zu müssen.
Mit 21 Menschen hat Livia Klingl Interviews zum Thema Fremdheit und Fremdsein geführt. Entstanden sind 21 Porträts, die zeigen, welch vielfältiges Mosaik unsere Gesellschaft ist. Unter den Interviewten sind: Muna Duzdar, Lojze Wieser, Hannah Lessing, Nina Kusturica, Silvana Meixner, Klaus Oppitz, Johannes Voggenhuber.

Info

Klingl, Livia: Lauter Fremde: Wie der gesellschaftliche Zusammenhalt zerbricht. Sachbuch. Erschienen 2017 bei Kremayr & Scheriau. 208 Seiten.

ISBN: 978-3-2180-1061-0


Livia Klingl

Menschen zwischen den Fronten

 

Livia Klingl war viele Jahre lang als Kriegsberichterstatterin in internationalen Krisengebieten unterwegs. In diesem Buch schreibt sie über ihre Erfahrungen.

 

Info

Klingl, Livia: Menschen zwischen den Fronten: Erlebnisse einer Kriegsberichterstatterin. Sachbuch. Erschienen 2002 im Np Buchverlag.

ISBN: 978-3-8532-6205-4

 

Nicht bei Thalia erhältlich.



Livia Klingl

Die Kunst vollkommener Gelassenheit

 

Wie schützen wir uns vor der Flut an Horrormeldungen,die uns stündlich aus den Medien entgegen peitscht? Die Kriegs- und Krisenexpertin Livia Klingl zeigt mit viel Witz und Ironie Strategien im alltäglichen Wahnsinn und Informations-Overflow auf. "Die Kunst vollkommener Gelassenheit" ist eine schwer zu erlernende, aber jenen, die es einmal geschafft haben, kann die Krise völlig egal sein. "Die Krise ist mir Jacke wie Hose", sagen sie und trinken, essen und genießen weiter wie bisher. Tun Sie es ihnen gleich - solange Sie es sich noch leisten können.

 

Info

Klingl, Livia: Die Kunst vollkommener Gelassenheit: Mit der Jacke-wie-Hose-Strategie durch die Krise. Ratgeber. Erschienen 2012 im Metroverlag. 96 Seiten.

ISBN: 978-3-9930-0800-0

 


Livia Klingl

Die Russen kommen

 

Dass Opernstar Anna Netrebko 2006 die österreichische Staatsbürgerschaft annahm, ist symptomatisch für ein neues Phänomen: Die Russen kommen nach Österreich. Touristen aus den GUS-Staaten geben hier pro Urlaubstag doppelt so viel Geld aus wie deutsche und sind damit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor geworden. Oligarchen wie Oleg Deripaska investieren in österreichische Firmen und eröffnen neue Märkte. Die Reporterin Livia Klingl zeigt in ihrem neuen Buch, wie Russland tickt, wie die dortigen Millionäre zu ihrem Geld kamen und was das alles für Österreich bedeutet.

 

Info

Klingl, Livia: Die Russenkommen: Wer sie sind und was sie hier machen. Sachbuch. Erschienen 2008 im Wirtschaftsverlag Ueberreuter. 208 Seiten.

ISBN: 978-3-8000-7363-4

 

Nicht bei Thalia erhältlich.