Manfred Bruckner

In mir das Dorf

 

Inhalt

„Da Bua“ wird 1968 in einem österreichischen Dorf geboren und führt, laut Autor, bis ans „End da Wöd“, wobei man sich beim Lesen nie ganz sicher ist, ob der Roman nicht sogar dort startet. Mit vielen Anekdoten erzählt „da Ongabaun Fredl“ von seiner Kindheit als ärmlicher Bauernbub in einer Zeit, in der die Nachkriegsjahre noch nicht ganz vorüber waren. Er beschreibt das Leben in den 70ern an einem Ort, der vom Rest der Welt noch nicht allzu viel mitgbekommen hat. Immer wieder unterbrechen aber auch Zeitsprünge die untypische Erzählung. Aus dem „Buam“ ist anscheinend ein weltoffener Globetrotter geworden, der aus dem Universum seiner Kindheit in ein gänzlich anderes gewandert ist, ohne seine Vergangenheit zu verleugnen.

 

Meinung

Beim Lesen dieses Romans erschließt sich einem der Titel von Seite zu Seite besser. Man stellt sich die Frage ob Bruckner über sein eigenes Leben schreibt – so eine Geschichte kann man eigentlich nicht erfinden, denkt man sich. Dabei zieht einem dieser kleine Roman in seinen Bann. Man fühlt sich in ein Österreich zurückversetzt, dass es heute nicht mehr gibt, das sich aber gerade heute einige Menschen wieder zurück wünschen. Bruckner scheint mit diesen Erinnerungen und Wünschen zu spielen, ob das positiv oder negativ ist überlässt er allerdings seinen Leserinnen und Lesern. Sehr interessant, wenn auch ein wenig gewöhnungsbedürftig sind seine häufigen Ausflüge in den Dialekt. Diese modellieren die aufeinanderfolgenden Kurzgeschichten zu kleinen literarischen Figuren, die fast greifbar sind. In mir das das Dorf hat das Zeug zu einem großen österreichischen Roman zu werden. Bruckner ist ein großes Talent.

 

Info

Bruckner, Manfred: In mir das Dorf. Roman. Erschienen 2018 im Verlag Bibliothek der Provinz. 194 Seiten.

ISBN: 978-3-9902-8737-8

10 von 10 Höllenfeuerchen

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