Buchteufel Interview mit Thomas Stipsits

 

Wer hat nun in den Eiskasten gepinkelt?

Er zählt inzwischen zu den erfolgreichsten österreichischen Kabarettisten und ist auch aus der heimischen TV-Landschaft nicht mehr wegzudenken. Mit „Das Glück hat einen Vogel“ hat Thomas Stipsits sein erstes Buch geschrieben. Er war so nett uns ein paar, wie immer total kritische Fragen zu beantworten.

 

Gleich vorne weg: Warum bist Du als erfolgreicher Bühnenmensch jetzt auch noch unter die Autoren gegangen? War dir langweilig?

 

Nein ganz im Gegenteil, ich war in der glücklichen Lage, dass der Verlag auf mich zukam und mich sozusagen überredet hat ein Buch zu schreiben. Anfangs war ich sehr skeptisch, ob ich das überhaupt kann. Ein Buch zu schreiben ist etwas anderes als ein Kabarettprogramm. Im Endeffekt bin ich dem Verlag sehr dankbar, denn ich habe in dieser Zeit des Schreibens wieder sehr viel über mich selbst erfahren und letztlich eine Reise in meine Seelenlandschaft unternommen.

 

Dein Buch beinhaltet 26 Kurzgeschichten, warum hast du dich genau für dieses Format entschieden?

 

Weil ich mir zutraute einen dramaturgischen Bogen über fünf, sechs Seiten zu erzählen. Bei 300 Seiten schaut die Sache schon wieder ganz anders aus. Außerdem eignen sich Kurzgeschichten sehr gut fürs Klo :-)

 

In einigen Geschichten kommen Personen vor, die sehr an dich erinnern, z.B. der Kabarettist der in der Stadthalle auftritt oder Thomas, der ein Ferienhaus in Griechenland hat und keine Katzen mag. Wie viel von dir steckt in diesen Figuren?

 

Im Prinzip steckt fast in allen Figuren ein Teil von mir. Ich habe mir die Freiheit genommen, Facetten meiner Person in ein anderes Gewand zu stecken. Die Räume, in denen sich die Figuren bewegen habe ich bewusst unterschiedlich ausgemalt. Dadurch bin ich selber ein klein wenig auf die Reise mit mir selbst gegangen.

 

Du bist ja bekennender Griechenland-Fan. Wie oft bist du denn dort und habt ihr wirklich ein Ferienhaus am Meer?

 

Ungefähr 1 1/2 bis 2 Monate im Jahr sind wir in Griechenland. Ich habe zum Glück einen Beruf wo ich mir lange Aufenthalte zeitlich leisten kann. Ich brauche einfach jedes Jahr meine Dosis Meer.

 

„…und irgendwann bleib i dann durt!“, hast du das auch vor?

 

Ja. Wir haben tatsächlich den Plan im Alter den Lebensmittelpunkt nach Griechenland zu verlegen.

Ich stelle mir das sehr romantisch vor, auf der Terrasse zu sitzen, ins Meer zu schauen und gemeinsam ein einfaches, beschauliches Leben zu führen, an einem Ort wo die Winter mild sind. Außerdem liebe ich die griechische Küche.

 

Du sagst, dass du in deiner Karriere selbst auch viel Glück gehabt hast. Wieso hat das Glück dann einen Vogel?

 

Weil es mächtig ist wie das Meer. Kaum fühlst du dich sicher, kommt eine Welle und reißt dich mit. und: es hört nie auf sich zu bewegen.

 

Was kommt als nächstes: neues Soloprogramm oder noch ein Buch?

 

Soloprogramm. Wobei ich ehrlich gesagt schon sehr Blut geleckt habe und „Das Glück hat einen Vogel“ sicher nicht mein letztes Buch gewesen sein wird. Vielleicht traue ich mich eines Tages wirklich einen Roman oder Krimi zu schreiben.

 

Und zuletzt noch eine Frage, die uns besonders interessiert: In der Geschichte „Ramona“ wird die Hauptfigur Thomas (!) eifersüchtig und pinkelt vor Zorn in der Nacht in den Eiskasten. Wie viel aus dieser Geschichte ist autobiografisch?

 

So. Danke für´s Interview. Muss leider ganz schnell weg :-)

 

Ebenfalls vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg!