Buchteufel-Interview

mit Daniela Larcher alias Alex Beer

 

Mit ihrem historischen Krimi Der zweite Reiter hat uns Alex Beer restlos überzeugt. Sie zählt zu jenen österreichischen Autorinnen von denen man in den nächsten Jahren noch viel erwarten darf. Wir haben sie zu einem Buchteufel-Interview überreden können und mit ihr übers Schreiben, nicht Schreiben und Bier trinken gesprochen.

 

Mit Alex Beer haben Sie sich bei Der zweite Reiter für ein Pseudonym entschieden. Warum haben Sie nicht unter ihrem richtigen Namen geschrieben?

 

Ich hatte unter meinem richtigen Namen bereits Regionalkrimis im Fischer Verlag veröffentlicht. Da die Emmerich-Reihe sehr viel düsterer und zudem auch noch historisch ist, wollten wir uns davon klar abgrenzen. Die LeserInnen sollten mit keiner falschen Erwartungshaltung an den Stoff herangehen.

 

Ist Alex Beer ein Mann oder eine Frau? Und warum gerade Beer, trinken Sie gerne Bier?

 

Alex Beer darf alles sein, was die LeserInnen möchten. In erster Linie soll das Buch überzeugen, nicht der Autor/die Autorin.

Beer ist eigentlich ein ganz normaler Familienname (besonders in Vorarlberg, wo ich ursprünglich herkomme). Dass es auf englisch Bier heißt, ist mir erst später aufgefallen. Wie es der Zufall will, bin ich aber tatsächlich eine leidenschaftliche Biertrinkerin.

 

August Emmerich, ihr Hauptprotagonist ermittelt in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg. Warum haben Sie sich für diesen Hintergrund entschieden?

 

Weil es eine unglaublich spannende Zeit ist, die sehr viele Parallelen zu der heutigen aufweist. Nur wenige Menschen wissen, wie schrecklich die Verhältnisse damals wirklich waren. Hunger, Kälte, Seuchen und politische Unruhen standen auf der Tagesordnung. Wien war ein Moloch, in dem das Verbrechen regierte. Eine tolle Kulisse für einen Krimi.

 

Emmerich ist ein sehr kreativer Ermittler, der zwar oft recht ungehobelt wirkt aber dennoch einen weichen Kern hat. Wie ist diese Figur zustande gekommen?

 

Emmerich ist ein Kind seiner Zeit. Ich habe im Zuge meiner Recherchen viele (Auto-)Biografien und Romane aus der Zwischenkriegszeit gelesen. Aus den vielen verschiedenen Komponenten jener Protagonisten ist dann Emmerich entstanden.

 

Wie viele Emmerich-Romane haben Sie geplant?

 

Diesbezüglich gibt es keinen konkreten Plan. Ideen habe ich viele, und die Zeit gibt einiges her. Solange die LeserInnen Freude an Emmerich und Winter haben, wird es also jedes Jahr einen neuen Fall geben.

 

Wann haben Sie sich entschlossen Autorin zu werden?

 

Vor ungefähr zehn Jahren war ich auf der Suche nach dem perfekten Krimi, konnte aber nichts finden, das mich überzeugt hat. Also dachte ich „probier es doch mal selbst“. So entstand mein erster Roman. Und wie heißt es so schön? Der Rest ist Geschichte.

 

Welche drei Worte fallen Ihnen zum österreichischen Buchmarkt ein?

 

aufstrebend

ambitioniert

bunt

 

Was machen Sie, wenn Sie nicht schreiben?

 

Momentan dreht sich der Großteil meines Lebens ums Schreiben. Ich recherchiere viel für neue Projekte, halte Lesungen und gebe Interviews. In den wenigen freien Stunden lese ich gerne, schaue TV Serien oder treffe Freunde.

 

Was können Sie jungen und unerfahrenen Autorinnen und Autoren empfehlen?

 

Dranbleiben, dickes Fell wachsen lassen, nicht entmutigen lassen. Wichtig auch: Viel träumen, aber noch mehr tun.

 

Ihre drei Lieblingsbücher sind?

 

Schneller als der Tod (Josh Bazell)

Cry Baby (Gillian Flynn)

Tage der Toten (Don Winslow)

 

Wie sehen Ihre nächsten Projekte aus?

 

Im Mai wird der dritte Teil der Emmerich-Reihe mit dem Titel „Der dunkle Bote“ in den Buchhandel kommen. Im Herbst 2019 erscheint dann ein Krimi, auf das ich mich persönlich ganz besonders freue. „Im Rachen des Wolfes“ (Arbeitstitel) spielt im Jahr 1942. Sein Protagonist, Isaak Rubinstein, wird die LeserInnen hoffentlich so sehr begeistern, wie er es mich gerade tut.

 

Vielen Dank für das Interview.

 

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