Manchmal hab ich Angst vor Büchern

 

Ihr werdet es euch wahrscheinlich denken: Ich liebe Bücher und alles was dazugehört. Es gehört für mich zu den schönsten Dingen der Welt ein neues Buch auszupacken oder es das erste Mal zu öffnen. Es klingt abgedroschen, aber ich liebe den Geruch von Büchern. Ich glaube fast ich könnte ohne Bücher gar nicht sein. Obwohl, vielleicht könnte ich es sogar, ich würde es aber mit Sicherheit nicht wollen.

 

Lesen ist für mich schöner als Sex – mit ein paar Ausnahmen ist es auch nicht so anstrengend (nur wenige Bücher haben mir bisher das Gegenteil bewiesen). Wenn mir eine Geschichte gefällt, werde ich komplett hinein gesaugt. Ich werde zu einem Teil der Story, stehe quasi wie ein stiller Beobachter immer mitten im Geschehen. Am liebsten würde ich den Hauptfiguren etwas zurufen, dennoch bleibe ich nur eine leise staunende Randfigur.

 

Auch bei Sachbüchern ist es nicht viel anders. Es gibt wenige Themen die mich überhaupt nicht interessieren und ich liebe es, wenn ich neue Erkenntnisse sammeln kann, wie andere Briefmarken. Vieles davon habe ich scheinbar einige Wochen nach dem letzten Zuklappen des Buches wieder vergessen, aber sehr viel nistet sich einfach irgendwo in den hintesten Winkeln meines Kopfes sein und wartet nur darauf im richtigen Moment herausgekitzelt zu werden.

 

Es gibt allerdings auch Bücher, die mir Angst machen. Keine Horrorgeschichten. Keine Gruselschocker. Es sind Sachbücher, die mir vor Augen führen, wie die Welt hinter der Fassade funktioniert. Es sind Bücher von Autorinnen und Autoren, die neugierig und mutig genug sind, Themen aufzukochen, die nicht jedem schmecken.

 

Bücher in denen die Skrupellosigkeit der Konzerne beschrieben wird, die die Gier der Manager und Marktfanatiker beleuchten.

Bücher, die genau auflisten, wie es um unseren Planeten bestellt ist. Und die uns einen Spiegel vor die Nase halten, in den wir alle schauen sollten.

Bücher die uns mit der großen Politik und ihren machtgeilen Akteuren bekannt machen.

Bücher, die uns über Hungersnöte und die globalen Ungleichheiten aufklären.

Bücher, die uns beweisen, zu welchen Taten wir, die Menschen, fähig sind.

Bücher die bewegen!

 

Solche Bücher machen mir immer wieder aufs Neue Angst, aber ich lese sie trotzdem. Das kann auch euch nur an Herz legen, sofern ihr noch eines habt! ;-)

 

Viel Spaß und viel neue Erkenntnisse wünscht euch,

Oberbuchteufel Max

Das Buch auf dem Foto gibt es übrigens hier (einfach auf den Link klicken):