Bastian Obermayer

 

Bastian Obermayer wurde am 10. Dezember 1977 in Rosenheim geboren und ist ein deutscher Journalist (Süddeutsche Zeitung) und Buchautor. Er war maßgeblich an der journalistischen Aufarbeitung des ADAC-Skandals sowie der Affären um die Panama und die Paradise Papers sowie der Ibiza-Affäre beteiligt.

 

Für seine Reportagen und seine investigative Arbeit gewann er zahlreiche Preise, darunter auch, als Mitglied und Co-Autor des Panama Papers-Teams des International Consortium of Investigative Journalists, den Pulitzer-Preis.

 

Bastian Obermayer wurde 1977 in Rosenheim geboren und absolvierte dort das Abitur. Er studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität München Politikwissenschaft, Geschichte und Amerikanistik. Von 2002 bis 2003 besuchte er die Deutsche Journalistenschule.

 

Von 2005 bis 2012 war er Redakteur des Süddeutsche Zeitung Magazins. Dort schrieb er lange Reportagen, unter anderem über eine Herztransplantation, über den Stand der Gerechtigkeit in Deutschland, über den Missbrauch am Kloster Ettal oder ein großes Porträt über Lothar Matthäus. Seine Reportagen wurden vielfach ausgezeichnet, aus einigen von ihnen entstanden Bücher.

 

Seit 2012 ist Obermayer Redakteur im Ressort Investigative Recherche der Süddeutschen Zeitung; 2015 wurde er stellvertretender Ressortleiter. Anfang 2018 rückte er zum Ressortleiter auf; er führt das Ressort mit Nicolas Richter. Dort deckte er 2014 gemeinsam mit Uwe Ritzer Manipulationen bei der Vergabe des ADAC-Preises "Gelber Engel" und weitere Missstände beim deutschen Automobilclub auf und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet.

 

In den Folgejahren arbeitete er immer wieder an internationalen Kooperationen des International Consortium of Investigative Journalists mit und koordinierte diese gemeinsam mit Frederik Obermaier für die Süddeutsche Zeitung, so im Sommer 2012 Offshore-Leaks, Luxemburg-Leaks und Swissleaks. Die Projekte gewannen zahlreiche internationale Preise.

 

Internationale Bekanntheit erlangte Obermayer vor allem durch seine Beteiligung an den im April 2016 veröffentlichten Panama Papers, Medien wie die New York Times, die Washington Post[20], CNN oder der New Yorker berichteten über oder interviewten Bastian Obermayer und Frederik Obermaier dazu, wie die das Leak bei ihnen gelandet war. Die beiden Rechercheure standen als diejenigen, die die 11,5 Millionen Dateien mit dem ICIJ geteilt hatten, im Zentrum der globalen Investigation. Fast 400 Reporter aus rund 80 Ländern recherchierten ein Jahr lang in dem Datenberg, in Folge der Veröffentlichungen verloren unter anderem der Premierminister von Island sowie der Premierminister von Pakistan ihre Ämter.

 

Im Sommer 2016 erwarb die Streaming-Plattform Netflix nach eigenen Angaben die Rechte an Obermayers Buch Panama Papers. Die Geschichte einer weltweiten Enthüllung.

 

Im November 2017 folgte die Publikation der Paradise Papers, eine zweite weltweite Investigation, die erneut auf Daten beruhte, die Obermayer und Frederik Obermaier zugespielt worden waren. Erneut ging es um die Rolle der Offshore-Welt und der Briefkastenfirmen, erneut waren zahlreiche Politiker, Prominente und große multinationale Firmen im Datenleck zu finden. Bei den Paradise Papers gehörte neben dem Guardian und der BBC erstmals auch die New York Times zu den Recherche-Partnern

 

Nach der Ermordung der maltesischen Investigativjournalistin Daphne Caruana Galizia im Oktober 2017 rief Obermayer gemeinsam mit Laurent Richard und der Organisation Forbidden Stories das "Daphne Projekt" ins Leben, um die Recherchen der Ermordeten fortzusetzen. Am Ende beteiligten sich auch Teams des Guardian, von Reuters, Le Monde und der Wochenzeitung Die Zeit. Dafür erhielt Forbidden Stories, wo Obermayer das Amt des Generalsekretärs innehat, im Mai 2019 den European Press Prize.

 

Im Mai 2019 löste Bastian Obermayer erneut mit Frederik Obermaier sowie Leila Al-Serori, Oliver Das Gupta und Peter Münch die sogenannte Ibiza-Affäre aus, und damit eine Staatskrise in Österreich. Das SZ-Team veröffentlichte gemeinsam mit dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel die Recherche über ein heimlich aufgenommenes Video, das den damaligen österreichischen Vize-Kanzler Heinz-Christian Strache innerhalb von nicht einmal 24 Stunden zum Rücktritt zwang. Heinz-Christian Strache war in eine Falle getappt: Er hatte in einer Villa auf Ibiza einer vermeintlichen Nichte eines russischen Oligarchen Staatsaufträge gegen Wahlkampfunterstützung in Aussicht gestellt sowie ein offenbar illegales Parteispendensystem erläutert[33]. Im Laufe der Ibiza-Affäre zerbrach innerhalb von wenigen Tagen die damalige österreichische Regierung von Kanzler Sebastian Kurz, im September 2019 soll es Neuwahlen geben.

 

Werke

 Bastian Obermayer, Rainer Stadler: Bruder, was hast du getan? Kiepenheuer & Witsch, Köln 2011, ISBN 978-3-462-04340-2

 

Marc Baumann, Martin Langeder, Mauritius Much, Bastian Obermayer, Franziska Storz (Hg.): Feldpost. Briefe deutscher Soldaten aus Afghanistan. Rowohlt, Reinbek 2011, ISBN 978-3498006709

 

Bastian Obermayer: Gott ist Gelb. Rowohlt, Reinbek 2014, ISBN 978-3-499-62911-2

 

Bastian Obermayer: Vom Glück geträumt. Rowohlt, Reinbek 2015, ISBN 978-3-499-62869-6

 

mit Frederik Obermaier: Panama Papers. Die Geschichte einer weltweiten Enthüllung. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2016, ISBN 978-3-462-31643-8

 

mit Frederik Obermaier: Die Ibiza-Affäre. Innenansichten eines Skandals. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2019, ISBN 978-3-462-05407-1.

 

Persönliche Website

http://bastianobermayer.de/

 

Quelle

https://de.wikipedia.org/wiki/Bastian_Obermayer

 

Bildnachweis

https://twitter.com/b_obermayer