Corinna Milborn

 

Corinna Milborn wurde am 19. Dezember 1972 in Innsbruck geboren und ist eine österreichische Politikwissenschafterin und Journalistin. Milborn verbrachte ihre Kindheit und Schulzeit in Italien, Österreich, Frankreich und den USA. 1991 schloss sie das Akademische Gymnasium Innsbruck mit Matura ab. Von 1991 bis 1997 studierte sie Geschichte, Politikwissenschaft und Entwicklungspolitik in Wien, Granada und Guatemala. 1995 und 1996 war sie Menschenrechtsbeobachterin in Guatemala. Von 1998 bis 2002 fungierte sie als WWF-Pressesprecherin und Expertin für Globalisierungsfragen.

 

Seit 2003 arbeitete sie als Journalistin, Autorin, Chefredakteurin der Menschenrechtszeitschrift «liga» und als Politikredakteurin beim österreichischen Nachrichtenmagazin Format. 2007 bis Juni 2012 war sie Gastgeberin der ORF-Diskussionssendung Club 2. Von Anfang 2010 bis September 2012 war sie stellvertretende Chefredakteurin bei News. Seit Oktober 2012 ist sie Moderatorin von „Pro und Contra – Der AustriaNews Talk“ auf dem österreichischen Privatsender Puls 4.

 

Seit Mai 2013 ist sie Informationsdirektorin der Sendergruppe der ProSiebenSat.1PULS 4 GmbH. Sie ist verantwortlich für die Sendungen «Café Puls», die «Puls 4 News» auf ProSieben, Sat1 und Puls 4 sowie die Diskussionssendung «Pro und Contra», welche sie auch moderiert.

Außerdem führt sie die politischen Interviews und moderierte die „Wahlarena“ zu den Bundespräsidentschaftswahlen 2016, der Wien-Wahl 2015, der EU-Wahl 2014 und das „Kanzlerduell“ zu den Nationalratswahlen 2013 als auch die Wahldebatten zur vorgezogenen Nationalratswahl 2017.

 

In der Spielzeit 2013/14 des Burgtheaters wirkte sie als Moderatorin beim Projekt Die letzten Zeugen von Doron Rabinovici und Matthias Hartmann mit. Seit Herbst 2015 kuratiert und moderiert sie die von Peter Turrini und Herbert Föttinger ins Leben gerufene Diskurs-Reihe zeit.punkt Josefstadt am Theater in der Josefstadt in Wien.

 

Im Juli 2018 moderierte sie die letzte Sendung vor einem Sabbatical.

 

Corinna Milborn lebt in Wien.

 

Kontroversen

 

Im April 2017 stand Milborn im Zentrum einer öffentlichen Kontroverse, nachdem sie ein Werbefoto des Textilkonzerns Palmers als sexistisch bezeichnet hatte. Der ehemalige Extremsportler Felix Baumgartner antwortete: „Schön, wenn sich zu Hause wieder einige sogar zu Ostern aufregen! Allen voran Puls-4-Infochefin und -Moderatorin Corinna Milborn, bei der Figur auch kein Wunder!“ Nachdem Milborn ihn einlud, sich in ihrer Sendung der Diskussion über sein Frauenbild und dessen Auswirkungen zu stellen, lehnte Baumgartner ab und sprach von einem „Schwingen der Sexismuskeule“ und kritisierte seinerseits Milborns Sender Puls 4 für die ausgestrahlte Serie „Austria’s Next Topmodel“. Eine Folge der Model-Sendung würde so viel Sexismus wie alle Palmers-Plakate der letzten 100 Jahre verbreiten.

 

Auszeichnungen

 

2006: Anerkennungspreis im Rahmen des Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch, Gestürmte Festung Europa

 

2008: Concordia-Preis für Menschenrechte

 

2009: Zweiter Platz des „European Journalist Award for Excellence in Journalism“, gemeinsam mit Mary Kreutzer für den Der Standard-Artikel „Business mit der Ware Frau“, verliehen von der Deutsche Stiftung Weltbevölkerung

 

2014: Wiener Journalistinnenpreis

 

2016: Humanitätspreis des Roten Kreuzes aus der Heinrich-Treichl-Stiftung

 

2017: Robert-Hochner-Preis

 

2017: Journalist des Jahres und Chefredakteurin des Jahres

 

Werke

 

Markus Stumpf, Renate Sova, Manfred Bürstmayr und Corinna Milborn (Hg.): Guatemala: Ein Land auf der Suche nach Frieden. Politik – Geschichte – Kultur – Begegnungen. Brandes & Apsel, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-86099-755-6

 

Waris Dirie/Corinna Milborn: Schmerzenskinder. 2005, ISBN 3-547-71067-7

 

Corinna Milborn: Gestürmte Festung Europa. 2006, ISBN 3-596-17986-6

 

Mary Kreutzer / Corinna Milborn: Ware Frau. Auf den Spuren moderner Sklaverei von Afrika nach Europa. 2008, ISBN 3-902404-57-4

 

Natascha Kampusch mit Corinna Milborn und Heike Gronemeier: 3096 Tage. List, 2010, ISBN 3-471-35040-3

 

Erwin Wagenhofer: Let's Make Money. Kino-Dokumentarfilm, 2008 (Buch, Recherche)

 

Hubert Canaval: „Macht Energie“. Kino-Dokumentarfilm, 2014 (Drehbuch, Recherche)

 

Change the Game: Wie wir uns das Netz von Facebook und Google zurückerobern, gemeinsam mit Markus Breitenecker, Brandstätter Verlag, Wien 2018, ISBN 978-3-7106-0267-2

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Corinna_Milborn

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