Joachim Meyerhoff

 

Joachim Philipp Maria Meyerhoff wurde 1967 in Homburg geboren und ist ein deutscher Schauspieler, Regisseur und Schriftsteller. Joachim Meyerhoff wurde als jüngster Sohn des Arztes Hermann Meyerhoff geboren, der ab 1972 die psychiatrische Klinik in Hesterberg, Schleswig-Holstein leitete. Die Direktorenvilla war auf dem Gelände der Klinik. Joachim Meyerhoff verbrachte seine Kindheit zusammen mit zwei älteren Brüdern auf diesem Klinikgelände in Schleswig-Holstein. Mit 17 Jahren ging er für ein Jahr nach Laramie (Wyoming). In dieser Zeit kam sein mittlerer Bruder bei einem Autounfall ums Leben. Nach seiner Rückkehr machte Joachim Meyerhoff das Abitur und wollte Zivildienst als Schwimmmeister im Krankenhaus rechts der Isar in München leisten. Stattdessen absolvierte er eine Ausbildung als Schauspieler von 1989 bis 1992 an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Nach Engagements am Staatstheater Kassel, in Bielefeld, Dortmund und den Bühnen der Stadt Köln wurde er 2001 Ensemblemitglied des Maxim Gorki Theaters Berlin, wo er auch oft Regie führte. 2002 wechselte er ans Deutsche Schauspielhaus in Hamburg, wo er bis 2005 verpflichtet blieb und in Inszenierungen von Volker Hesse, Thomas Langhoff, Stefan Otteni, Karin Beier, Sebastian Hartmann und Günter Krämer spielte. Seit September 2005 ist Joachim Meyerhoff Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters. Mit Beginn der Saison 2013 kehrte er ans Deutsche Schauspielhaus ins Ensemble von Intendantin Karin Beier zurück. Er blieb jedoch weiterhin auch im Ensemble des Wiener Burgtheaters.

 

Neben seiner darstellerischen Tätigkeit konzipiert Joachim Meyerhoff auch immer wieder eigene Programme. Sein Projekt Alle Toten fliegen hoch sorgte im Burgtheater Wien regelmäßig für ein volles Haus. In diesem autobiografischen, in sechs Teile unterteilten Programm erzählt Meyerhoff seine eigene Geschichte und die seiner Familie. Er berichtet von seinen Geschwistern, seinen Großeltern in München, seinem Vater, Direktor einer Kinder- und Jugendpsychiatrie in Schleswig, dem Aufwachsen auf dem Anstaltsgelände sowie seinem Austauschjahr in Amerika. Die ersten drei Teile dieser Serie wurden zum Berliner Theatertreffen 2009 eingeladen. 2011 erschien der erste Teil (Amerika) in Buchform bei Kiepenheuer & Witsch.

 

2006 und 2007 wurde er für den Nestroy-Preis nominiert. Im Jahr 2007 wurde Meyerhoff für seine Darstellung des Hamlet am Schauspielhaus Zürich sowie für seine Rolle als Benedikt in Jan Bosses Inszenierung von Shakespeares Viel Lärm um nichts zum Schauspieler des Jahres gewählt. Meyerhoff erhielt für seinen Roman Alle Toten fliegen hoch. Amerika 2011 den Franz-Tumler-Literaturpreis sowie 2012 den Förderpreis zum Bremer Literaturpreis. Im Jahr 2014 wurde er als Schauspieler für die Rolle als Arnolphe in Die Schule der Frauen (Schauspielhaus Hamburg, Inszenierung: Herbert Fritsch) mit dem Rolf-Mares-Preis ausgezeichnet. 2015 wurde seine Darstellung des Kreon in Jette Steckels Antigone-Inszenierung am Burgtheater von Publikum und Presse hoch gelobt.

Joachim Meyerhoff ist der Enkelsohn der Schauspielerin Inge Birkmann, die in 2. Ehe mit dem Philosophen Hermann Krings verheiratet war. Er hat mit der Burgschauspielerin Christiane von Poelnitz zwei Töchter.

 

Veröffentlichungen

  • Amerika. In: Alle Toten fliegen hoch. Nr. 1. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2011, ISBN 978-3-462-04292-4.

  • Amerika. In: Alle Toten fliegen hoch. Nr. 1. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2013, ISBN 978-3-462-04436-2 (Taschenbuch).

  • Amerika. In: Alle Toten fliegen hoch. Nr. 1. Random House Audio, Köln 2011, ISBN 978-3-8371-0846-0 (Hörbuch, 6 CDs, 460 Minuten).

  • Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war. In: Alle Toten fliegen hoch. Nr. 2. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2013, ISBN 978-3-462-04516-1.

  • Jusqu'ici et pas au-delà. Editions Anne Carrière, Paris 2014, ISBN 978-2-84337-744-0 (deutsch: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war. Übersetzt von Corinna Gepner).

  • Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke. In: Alle Toten fliegen hoch. Nr. 3. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2015, ISBN 978-3-462-04828-5.

  • als Hörbuch: Random House Audio, Köln 2016, ISBN 978-3-8371-3558-9.

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Meyerhoff

Bildnachweis: Christian Michelides / Burgtheater / CC BY-SA 4.0