Heidi Hetzer

 

Heidi Hetzer wurde am 20. Juni 1937 in Berlin gebroen und ist eine deutsche Unternehmerin, Rallyefahrerin und Autorin. Heidi Hetzer wurde als Tochter des Unternehmers Siegfried Hetzer geboren, der 1919 in Berlin einen Victoria-Fahrzeughandel gegründet und ab 1933 als Opel-Autohaus geführt hatte. Ab 1954 erlernte sie den Beruf der Kfz-Mechanikerin im Familienbetrieb. Nach einem Versuch, sich mit 21 Jahren selbständig zu machen, arbeitete sie wieder im väterlichen Betrieb. Mit 31 Jahren übernahm Heidi Hetzer nach dem Tod ihrer drei Jahre älteren Schwester und ihres Vaters im Jahr 1969 das Unternehmen mit Sitz in Berlin-Charlottenburg, das sie zu einem der größten Autohäuser Berlins ausbaute und bis 2012 leitete. Da weder Tochter noch Sohn den Betrieb weiterführen wollten, verkaufte sie die Firma.

 

Als eine der wenigen erfolgreichen Unternehmerinnen ihrer Branche und als Rennfahrerin, aber auch durch ihr soziales Engagement gehört Heidi Hetzer zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Berliner Wirtschaft. Ihre hohe Medienpräsenz durch Zeitungsberichte, Interviews und Talkshowauftritte haben sie auch über Berlin hinaus bekannt gemacht. Heidi Hetzer hat eine Tochter und einen Sohn.

 

Motorsport

Im Jahr 1953 nahm Heidi Hetzer erstmals an einer Rallye um die Müggelberge teil – auf einem Lambretta-Motorroller, wurde aber wegen fremder Hilfe disqualifiziert. Seither hat sie an einer großen Zahl von Wettfahrten, unter anderem mit Oldtimern aus ihrer Sammlung, teilgenommen und bei Rallyes über 150 Preise gewonnen.

 

Unter anderem nahm sie an den folgenden Wettbewerben teil:

Mille Miglia von Brescia nach Rom und zurück,

Rallye Monte Carlo,

Rallye Paris – Berlin mit einem Opel-Rennwagen 8/30 aus dem Jahre 1911,

Panama-Alaska-Rallye vom 1. bis 25. Juni 1997 mit einem 1969er Opel Kadett B,

mehrfach Rallye 2000 Kilometer durch Deutschland, u. a. mit einem Hispano-Suiza,

Rallye Düsseldorf-Shanghai vom 17. August bis 28. September 2007 mit einem 1964er Opel Rekord A Coupe.

Bei der Carrera Panamericana in Mexiko und der Tour d’Europe 1989 belegte sie jeweils den dritten Platz. Bei letzterer gewann sie zudem die Teamwertung mit ihrem Damenteam.

 

Eine für 2008 beabsichtigte Teilnahme an der Rallye Dakar war wegen der Absage der Rallye nicht möglich. Ihre daher zunächst auf das Folgejahr verschobenen Teilnahmepläne hat Heidi Hetzer nicht umgesetzt.

Daneben nimmt sie regelmäßig an regionalen Oldtimer-Rallyes wie der Prinz-Heinrich-Fahrt in Eckernförde teil.

 

Weltreise

Ihr jüngstes Projekt war eine Fahrt um die Erde, die sie auf den Spuren von Clärenore Stinnes mit einem Hudson Great Eight aus dem Jahre 1930 unternahm. Der Start erfolgte am 27. Juli 2014 in Berlin. Beifahrer war zunächst der Reisefotograf Jordane Schönfelder, der aber schon unmittelbar nach dem Start ausschied. Der Berliner Patrik Heinrichs ersetzte ihn als Beifahrer ab Istanbul, stieg aber seinerseits am 18. September 2014 in Taschkent aus dem Projekt aus.

 

Die Fahrt führte über Osteuropa nach Teheran, anschließend über China Richtung Australien. Am 4. April 2015 kam sie in Neuseeland an. Nach der Überführung auf den amerikanischen Kontinent fuhr sie durch Kanada und erreichte Ende August 2015 bei Emerson die Grenze zu den Vereinigten Staaten. Sie fuhr weiter durch die USA und Südamerika und erreichte nach der Atlantiküberführung im August 2016 Südafrika, von wo aus sie Afrika durchquerte und etwa 2½ Jahre nach dem Start wieder in Europa ankam. Am 12. März 2017 beendete sie ihre Fahrt in Berlin und wurde vor dem Brandenburger Tor von Freunden, Fans und der Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli empfangen.

 

Ehrungen

Für ihr soziales Engagement, beispielsweise für Ein Herz für Kinder, wurde sie im Jahr 2007 von der Technischen Fachhochschule Berlin mit der Benennung einer Orchidee aus der Gattung Phalaenopsis geehrt.

Im Sommer 2004 war Heidi Hetzer in Berlin eine Trägerin der olympischen Fackel auf ihrem Weg zu den Spielen nach Athen.

 

Eklat um rassistische Äußerung

Im Morgenmagazin des ZDF vom 13. März 2017 äußerte sich Hetzer rassistisch über Schwarze. Gegenstand war ihre Weltreise, bei der sie mehrmals von dunkelhäutigen Südafrikanern beklaut wurde:

 

„Wie überall gibt es Nachteile – Die klauen. Die Schwarzen klauen, wenn sie nur eine Jacke, eine olle Jacke sehen. Die klauen alles.“

 

Am 14. März 2017 entschuldigte sie sich in einem Interview mit der B.Z.: „Das war ein Fehler. Ich entschuldige mich für diese Äußerung. Wie kann ich das wieder gut machen?“. Ihre Aussage beziehe sich auf ein Überwachungsvideo, auf welchem vier dunkelhäutige Südafrikaner ihr Navigationssystem aus dem abgeschlossenen Oldtimer geklaut hätten. Weiterhin sei ihr in Kapstadt von einem Schwarzen der goldene Berliner Bär vom Hals gerissen worden und ihr Auto in St. Lucia komplett leer geräumt worden. Die Moderatorin des Morgenmagazins, Jana Pareigis, äußerte sich ebenfalls über Facebook zu dem Vorfall und verurteilte die Aussagen als falsch, rassistisch stereotypisiert und verletzend. Sie hoffe jedoch, dass das Interview zumindest dazu führe, dass über rassistische Vorurteile diskutiert werde.

 

Veröffentlichungen

 

Heidi Hetzer mit Marc Bielefeld: Ungebremst leben: wie ich mit 77 Jahren die Freiheit suchte und einfach losfuhr. Ludwig, München 2018, ISBN 978-3-453-28113-4.

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Heidi_Hetzer

Bildnachweis:https://de.wikipedia.org/wiki/Heidi_Hetzer#/media/File:Heidi_Hetzer_Opel_2012.jpg, Fotograf KarleHorn